Review: Tommy Cash x Flex Café

Nicht mal fünf Monate nach seinem let­zten Konz­ert in der Grellen Forelle ist der est­nis­che Pro­Rap­Su­per­star zurück in Wien. Der Loca­tion­wech­sel passt zur neuen One-Man-Show und bleibt gewohnt intim und feucht. Vor­spiel gibt es keines, immer wieder tönt es aus den Laut­sprech­er an der Wand — alles ver­schiebt sich. Die Leute im Flex Café warten geduldig. Sie haben Bock. Irgend­wann springt Tom­my Cash auf die kleine Stage. Er ist allein und füllt doch die Bühne, ohne albern zu wirken. Der Verzicht auf DJ und Back­up-MC sieht ungewöhn­lich aus, passt allerd­ings per­fekt zum abge­dreht­en Auftreten des Kün­stlers. Zwis­chen­durch gibt es immer wieder kurze Kom­mentare in Englisch mit starkem Akzent. Irgend­was zwis­chen est­nisch und rus­sisch. Kein­er ver­ste­ht auch nur ein Wort. Aber das ist irgend­wie auch egal. Es wird gefeiert, getanzt und aus­ge­flippt. Seinen Ansagen wird ohne weit­er drüber nachzu­denken, Gefolge geleis­tet und so wird sich brav am Boden gewälzt, wenn er es befiehlt und erst dann aufge­sprun­gen, sobald er es erlaubt.

Alle bish­er veröf­fentlicht­en Songs wer­den zum Besten gegeben. Die Besuch­er sind vor­bere­it­et und kön­nen zumin­d­est die Refrains fehler­frei mitsin­gen. Tom­my windet sich zum Beat, was irgend­wo zwis­chen lasziv und beina­he grazil einzuord­nen ist.

Faz­it: Der Sound sorgt für extatis­che Begeis­terung im Pub­likum und kein­er der Besuch­er ste­ht gelang­weilt herum. Alle drän­gen nach vorne, wollen ein Stück von Tom­my. Irgend­wie erin­nert diese Szener­ie an die let­zten Minuten im Film das ‘Das Par­füm’. Jed­er in der Menge kommt sich näher. Qua­si ein Kollek­tives rum­machen. Zum Abschluss gibt es ein aus­gedehntes Med­ley aus den bere­its per­for­men Songs ‘Winalo­to’ und ‘Euroz Dol­laz Yeniz’ und ein Bus­si von meinem unbekan­nten Konz­ert­be­gleit­er. Guter Abend.