Kein Raum für Entspannung — Fever Ray @ Gasometer

Über­raschung gelun­gen: Völ­lig ohne Ankündi­gung veröf­fentlichte Karin Elis­a­beth Drei­jer aka Fever Ray im Okto­ber ihr neues Album „PLUNGE“, ganze acht Jahre nach ihrem selb­st­betitel­ten und sehr famosen ersten Soloal­bum. Der Wan­del der Zeit ist darauf hör­bar: Auf „PLUNGE“ ver­fes­tigt sich ihr schrof­fer Elec­tro-Pop stärk­er in den Struk­turen und Denkmustern des let­zten The-Knife–Albums „Shak­ing the Habit­u­al“ und weicht stilis­tisch von ihrem Debüt ab.

Denn nicht nur musikalisch bleibt das 2013 erschienene Abschlus­sal­bum des schwedis­chen Brud­er-Schwest­er-Pro­jek­ts The Knife auf “PLUNGE“ stets in Erin­nerung – die knall­harten Bässe, die Sequen­zen des unbarmherzi­gen Krachs, die mys­ter­iösen Stim­mungs­bilder, die sie wild und unkon­trol­liert aus dem Topf ver­schieden­ster Gen­res der elek­tro­n­is­chen Musik her­ausholt und daraus Songs zaubert, die an Eingängigkeit kaum über­boten wer­den kön­nen — nein, auch textlich ist “PLUNGE” mehr The Knife als Fever Ray. Und dort lag schon immer die Kun­st darin, in der Musik die richti­gen, wenn auch ungemütlichen, Fra­gen zu stellen.

Dabei ist Liebe wie auf ihrem Debüt das durch­scheinende The­ma – ein The­ma, das sie dies­mal aber nur allzu oft mit Gewalt und Macht in Beziehung set­zt. Und zwar auf unge­mein durch­dachte Art und Weise. Mehr kann man von einem Pop-Album nicht erwarten. Da aber Drei­jer sowohl solo als auch mit Brud­er im Gepäck nicht nur auf den Plat­ten durchge­hend reüssierte, son­dern auch live aller­hand „WTF“-Erlebnisse im pos­i­tiv­en Sinne zauberte (man erin­nere sich nur an die „Shak­ing the Habitual“-Tour im Jahr 2013, ein beein­druck­endes Man­i­fest musikalis­ch­er Konzep­tion­skun­st), sollte die Vor­freude auf ihren Gig am 19. Feb­ru­ar im Wiener Gas­om­e­ter kaum Gren­zen ken­nen. Denn was Drei­jer auf der Bühne ver­anstal­tet, ist unberechen­bar, ver­störend – aber unvergesslich. Mehr kann man von ein­er Pop-Show nicht erwarten.

Tick­ets gibt es online HIER.