Must Reads #2

#1 Geniale Monster

Zugegeben dieser Artikel aus der Zeit (Aus­gabe 6 2018, online hier) ist zwar schon einige Wochen alt, allerd­ings hat die The­matik einen nach­halti­gen Ein­druck hin­ter­lassen und in den ver­gan­genen Wochen zu der ein oder anderen inter­es­san­ten Diskus­sion geführt.

Must Reads - Everything I know about love und Geniale Monster
Pias Must Reads im April

Die schlimm­ste Strafe für einen Kün­stler, schlim­mer als der elek­trische Stuhl, ist der Boykott. Wenn seine Filme nicht mehr gezeigt, seine Bilder ver­ban­nt, die The­ater­stücke abge­set­zt wer­den, dann ist es ein Tod bei lebendi­gem Leibe. Das Mess­er des Boykotts durch­schnei­det jede Hoff­nung: auf Ruhm, Gel­tung und auf Ewigkeit.

Woody Allen, Chuck Close, Roman Polan­s­ki, James Levine — alle­samt gel­ten sie als Genies auf ihrem Gebi­et. Und jed­er einzelne von ihnen wird der sex­uellen Beläs­ti­gung oder ähn­lichen Delik­ten beschuldigt. Inwiefern darf man der Kun­st dieser Her­ren heutzu­tage über­haupt noch eine Bühne geben? Was hat sich geän­dert? Picas­so galt als Sadist, Karl May als Betrüger und Adolf Loos wurde verurteilt weil ver­suchte Min­der­jährige zu ver­führen. Seit wann also kann nur ein guter Men­sch auch ein guter Kün­stler sein?

Alle­samt Fra­gen, auf die ich auch im Zusam­men­hang mit der Band Sticky Fin­gers gestoßen bin. Ihre Alben höre ich schon seit län­gerem rauf und runter. Inzwis­chen (um genauer zu sein seit Ende 2016) ist die Band getren­nt. Der offizielle Grund „addic­tions and men­tal health issues“ von Frontsängers Dylan Frost. Doch schaut man genauer hin, wird klar, dass (natür­lich im Zusam­men­hang mit Alko­hol und Dro­gen) andere Dinge hin­ter der Auflö­sung steck­en: Ras­sis­tis­che Angriffe, sex­uelle Beläs­ti­gung bis hin zum Miss­brauch von Frauen sowie Kör­per­ver­let­zung. Sicher­lich werde ich die Sticky Fin­gers weit­er­hin hören. Doch inwiefern kann man sie guten Gewis­sens weit­erempfehlen, auf Playlis­ten pack­en oder darüber schreiben?

#2 Everything I know about Love

Ein wun­der­bares und her­rlich amüsantes Buch von Jour­nal­istin Dol­ly Alder­ton, die wie ich wom­öglich schon das ein oder andere mal erwäh­nt habe auch Co-Host eines mein­er Lieblings-Pod­casts — The High Low — ist. Worum es geht? Wie der Name des Buch­es es ver­muten lässt um miss­lun­gene Lieb­schaften, Herz­schmerz, Dat­ing Anek­doten, Par­ty Eska­paden. Und zugle­ich doch um viel viel mehr. Sehr, sehr lesenswert!

In her mem­oir she vivid­ly recounts falling in love, wrestling with self-sab­o­tage, find­ing a job, throw­ing a social dis­as­trous Rod-Stweart-themed house par­ty, get­ting drunk, get­ting dumped, real­iz­ing that Ivan from the cor­ner­shop is the only man you’ve ever been able to rely on, and find­ing that your mates are always there at the end of every messy night out.