Das Ahoi! The Full Hit Of Summer

Das Ahoi! The Full Hit Of Sum­mer in Linz hat wieder ein­mal bewiesen, dass es sich fes­ti­val tech­nisch wirk­lich lohnt über den Teller­rand hin­aus zu schauen. Nun gut, dieses schnuck­e­lige ein­tägige Fes­ti­val am Linz­er Donaulände lässt sich nur schw­er­lich mit Gigan­ten a la Novarock, Fre­quen­cy und Co ver­gle­ichen. Aber, ihr wisst worauf wir hin­aus­wollen. Jeden­falls kön­nen wir FM4 nur zus­tim­men, was das Line Up ange­ht, war Ahoi! das beste was es öster­re­ich­weit fes­ti­valmäßig in diesem Som­mer zu erleben geben wird. So wur­den mit The Nation­al und Chvrch­es wur­den zwei Perlen der inter­na­tionalen Musik­branche gebucht, um nur die Head­lin­er an dieser Stelle kurz zu nen­nen. Das Fes­ti­val war her­vor­ra­gend organ­isiert, hat­te eine fan­tastis­che Famil­iäre Stim­mung und den wohl köstlich­sten Food Court, den wir jemals auf einem Fes­ti­val erleben durften.

Nach­dem Dream Wife und Deap Val­ly das Pub­likum am Nach­mit­tag mit rock­i­gen Klän­gen auf das Fes­ti­val ein­stimmte fol­gt als drit­ter Act das aus unser­er Sicht erste echte High­light. Der aus L.A stam­mende Moses Sum­ney. Einzuord­nen irgend­wo zwis­chen Pop, Soul, Jazz ist seine Musik auf Plat­te zwar äußerst schön, aber eher unauf­fäl­lig. Sie lebt jedoch von sein­er dynamis­chen Live-Per­for­mance, dies wurde uns in Linz klar, da hat­te der 28-Jährige kaum die Bühne betreten. Aus­ges­tat­tet mit Syn­the­siz­er, Stre­ich­er und eigen­er Loop Sta­tion, wurde auf der Bühne vom fein­sten musiziert. Dazu das avant­gardis­tis­che Auftreten des Sängers: Der Auftritt war ein rein­er Ohren- und Augen­schmaus!

 

Der näch­ste Act: Chvrch­es. Das Elek­tropop Trio aus Schot­t­land hat in den let­zten Jahren sicher­lich nicht zu unrecht einen regel­recht­en Hype erlebt. Die Band um Sän­gerin Lau­ren May­ber­ry macht Lust auf Tanzen und ist mit ihren eingängi­gen Beats live qua­si ein Garant für gute Stim­mung. Das Pub­likum war hier noch sehr zurück­hal­tend. Dies änderte sich auch nicht großar­tig, als Chvrch­es für „My Ene­my“ auf der Bühne Unter­stützung von The Nation­al Front­man Matt Berninger beka­men. Diesen Song hat­ten sie gemein­sam für das im Mai erschienene Chvrch­es Album „Love is Dead“ aufgenom­men. Ver­wun­der­lich, waren die meis­ten ver­mut­lich doch wegen des Head­lin­ers aus Ohio angereist und über­rascht über den gemein­samen Auftritt.

Als krö­nen­der Abschluss fol­gte dann das Konz­ert von The Nation­al. Sou­verän spielte die Band ein Best of ihrer Hits und mis­cht­en einige neure Stücke dazwis­chen. Sich­er ein Gig den wir keines­falls hät­ten mis­sen wollen. Toll, keine Frage. Aber waren The Nation­al an dem Abend wirk­lich grandios? Die musikalis­chen Fein­heit­en hier und da und die melan­cholis­che Stim­mung, all das was auf Plat­te so gut rüberkommt und The Nation­al eben auch ausze­ich­net, lässt sich auf Fes­ti­vals nur schw­er ein­fan­gen – klar. Möglicher­weise lag es aber auch daran, dass Berninger sichtlich nicht allzu amused über die fehlende Stim­mung im Linz­er Pub­likum zu sein schien, denn die absolute Ekstase blieb bei bei­den Seit­en aus. Nichts­destotrotz ein wirk­lich stim­miges Konz­ert, bei den wir an eini­gen Stellen Gänse­haut bekom­men haben und mit einem berauscht­en Glücks­ge­fühl zurück nach Wien gefahren sind. Bis zum näch­sten Jahr, Ahoi!

// Vie­len Dank an den Posthof + PSI Music für den her­rlichen Fes­ti­val­t­ag